Historischer  Verein  Landsberg  am  Lech  e.  V.
 


Berichte aus dem Vereinsleben 2017


Viertagesfahrt Donnerstag, 21. September – Sonntag, 24. September 2017

Auf den Spuren von Martin Luther in Franken und Thüringen

Der Historische Verein Landsberg besuchte bekannte und weniger bekannte „Lutherorte“

Vier Tage lang folgten die Mitglieder des Historischen Vereins auf ihrer Studienreise den Spuren von Martin Luther zu bekannten und weniger bekannten Orten der Reformation. Die langsame Annäherung an Martin Luther begann in der kleinen Stadt Spalt in Franken. Hier wurde 1484 der engste Freund und Vertraute Martin Luthers, Georg Burckhardt, genannt Spalatin ( nach seinem Geburtsort ), geboren. Im Umkreis von Spalatin findet man auch Ritter Hans von Sternberg auf Callenberg, der als Pfleger von Coburg guten Kontakt zu Martin Luther hatte, als dieser von April bis Oktober 1530 auf der Veste Coburg versteckt wurde. Deshalb war auch Schloss Callenberg in der Nähe von Coburg das nächste Ziel auf der Spurensuche. Das Haus der Bayerischen Geschichte nahm diesen Aufenthalt Luthers in Coburg zum Anlass, die Landesausstellung 2017 mit dem Thema „RitterBauernLutheraner“ in der oberfränkischen Stadt abzuhalten. Der Tag in Coburg war ausgefüllt mit dem Besuch der Landesausstellung auf der Veste und einer Stadtführung auf den Spuren Luthers, bei der auch die Morizkirche nicht fehlen durfte. Von Coburg aus ist es nicht weit nach Thüringen und in den Thüringer Wald, eine der wichtigsten Landschaften im Leben Martin Luthers. Das erste Ziel in Thüringen war die reizvolle Fachwerkstadt Schmalkalden, in der sich 1531 evangelische Fürsten sowie freie Reichs- und Hansestädte zum sog. „Schmalkaldische Bund“ zusammenschlossen, um ihren Glauben zu verteidigen. Während der Zusammenkünfte des Bundes wohnte Luther in einem prächtigen Haus am heutigen Lutherplatz. Die landschaftlich sehr abwechslungsreiche Fahrt über den Thüringer Wald führte dann weiter nach Arnstadt, eine der ältesten Städte in Thüringen, in der Luther bereits 1506 im dortigen Franziskanerkloster weilte. Die Oberkirche des Klosters beeindruckte durch die prächtige Ausstattung, die aber durch dort gerade stattfindenden archäologischen Grabungen nur teilweise zu besichtigen waren. Ebenfalls noch in Thüringen, aber schon in Sichtweise zur Veste Coburg, liegt hoch oben die Veste Heldburg, in der heute das beeindruckende „Deutsche Burgenmuseum“ untergebracht ist. Auf seinen Pilgerwegen durch Thüringen wohnte Luther mehrmals in dieser Veste. Schon wieder in Franken, aber ganz nahe bei der Veste Heldburg, liegt die kleine mittelalterliche Stadt Seßlach, die noch von einer vollständigen Stadtmauer mit drei beeindruckenden Toren umgeben ist. Jedes Wochenende werden diese Tore geschlossen, so dass weder Autos noch Busse in die Stadt hineingelangen können. Das „0berfränkische Rothenburg“ wird die Stadt deshalb auch gerne genannt, in der vor einiger Zeit der Film über Martin Luther gedreht wurde. Mit dem Abschied von Seßlach ging für den Historischen Verein die Spurensuche nach bedeutenden Stätten der Reformation zu Ende. Bereichert durch viele neue Eindrücke und Erkenntnisse wurde die Heimreise angetreten.

Sigrid Knollmüller


Donnerstag, 25. Mai 2017, „Christi Himmelfahrt“ Halbtagesfahrt mit Dr. Albert Thurner:  „Johann Baptist Baaders Heimat, 1.Teil “

Führung in Johann Baaders Heimat

Im Rahmen des Jubiläumsjahres zum 300. Geburtstag von Johann Baptist Baader bietet der Historische Verein Landsberg vier Exkursionen zu den Schaffensorten des Barockmalers. Zur ersten dieser Fahrten folgten am Himmelfahrtstag 60 Personen den Spuren Baaders in seiner unmittelbaren Heimat. Bürgermeister und Historiker Dr. Albert Thurner führte die Gruppe durch Lechmühlen und in die Kirchen von Stadl, Pflugdorf, Vilgertshofen und Issing.Die Halbtagesfahrt begann in Baaders Geburtsort Lechmühlen. Von den vielen Fresken, mit denen der Maler sein Heimatdorf geschmückt hatte, ist leider keines mehr erhalten. Nur noch mit Fotos und Zeichnungen konnte Thurner das reich bemalte Wohnhaus des Künstlers oder die 1930 abgebrochene Lenzenmühle in Erinnerung rufen. Auch in der kleinen Wegkapelle hatten „unverständige Maurer“ und mehrere Hochwasser die Werke des „Lechhansls“ zerstört.

Jeweils drei Altarblätter von Baader haben sich dagegen in den Kirchen von Stadl und Pflugdorf erhalten. Die Pfarrkirche von Stadl besitzt außerdem ein monumentales Heiliges Grab von Baaders Hand, das alljährlich nur für die Kar-Tage aufgebaut wird, aber in einer neu erstellten Broschüre präsentiert werden kann. In Pflugdorf stand den Besuchern auch die Sakristei offen, wo der Lechmaler 1760 die „Opferung Isaaks“ meisterhaft in Öl auf Putz malte.Auch in Vilgertshofen erhielten die Gäste Zugang zu selten gezeigten Baader-Werken, nämlich den Fresken im Obergeschoss des ehemaligen Wirtshauses. Sie sind die letzten erhaltenen Deckengemälde des Lechmalers in einem Privathaus. In der dortigen Wallfahrtskirche konnte außerdem das Altarbild der „Steinigung des Hl. Stephanus“ bewundert werden.

Letzte Station der Fahrt war die kleine Pfarrkirche in Issing, die Baader zu einem wahren Schmuckkästchen ausgestaltete. Nur wenige Jahre vor seinem Tod freskierte der „Lechhansl“ hier die gesamte Kirchendecke, unter anderem mit gemaltem Stuck, zwei großen Deckengemälden und einem Selbstbildnis, in dem der Maler zufrieden auf die Kirchenbesucher herabblickt. Issing bildete damit räumlich wie auch chronologisch den perfekten Abschluss für die kurze Reise durch Baaders Schaffen in seiner engsten Heimat.


Baader zwischen Ammersee und Starnberger See

Ins Fünfseenland führte die zweite Exkursion des Historischen Vereins auf den Spuren des Barockmalers Johann Baptist Baader. Mit Dr. Albert Thurner und Dr. Werner Fees-Buchecker besichtigten gut 40 Interessierte mehrere Landkirchen zwischen Ammersee und Starnberger See. Dabei konnten sie auch den Wechsel Baaders vom verspielten Rokokostil in den strengeren Klassizismus verfolgen.

Schon bei der ersten Station, der Pfarrkirche von Türkenfeld, zeigte sich eine Veränderung gegenüber älteren Baader-Fresken. Wo früher Scheinarchitekturen oder Wolkenwirbel die Bildabschnitte zusammenhielten, stellte der Lechmaler die drei Szenen des Deckengemäldes nun, 1766, recht unverbunden nebeneinander. Ebenso verzichtete er auf die im Rokoko übliche Höhenillusion.

„Edle Einfalt und stille Größe“, wie sie im Klassizismus gefordert wurden, fanden sich auch in den Baaderschen Deckengemälden von Aschering und Perchting bei Starnberg, beide zu Ehren des Hl. Sebastian. Viele gemalte Fingerzeige ließen die Malerei jetzt „erbaulich“ und lehrhaft erscheinen. So deutet auch eines der bekanntesten Selbstbildnisse Baaders in der Kirche von Aschering direkt auf den Rosenkranz eines gemalten Wallfahrers. Aber auch Baaders Schalk blitzte auf, wenn zum Beispiel in Perchting zwei Engelchen große Mühen zeigen, um dem Hl. Sebastian seine Rüstung zu bringen.

Spannend wurde es in Landstetten, als Mesner Florian Zerhoch die Zuschreibung des Deckengemäldes an Johann Baader mit neuen Erkenntnissen widerlegte. Die „Fürbitte des Heiligen Jakob“ stammt wohl sicher von Baaders Zeitgenossen und Konkurrenten Wenzel Albert.

Nach der sommerlichen Einkehr am Maisinger See führte der Weg noch ans Südende des Ammersees. In der Pfarrkirche von Pähl malte Baader 1772 mehrere Fresken zum Leben des Hl. Laurentius, darunter sein figurenreichstes Deckengemälde überhaupt. Während der Heilige vor dem richtenden Kaiser steht, bereiten martialische Folterknechte das Martyrium vor, lassen aber auch freche Buben eine Brezel an der Schnur in den Kerker hinab.

Zum Abschluss der Fahrt empfing Kirchenpfleger Peter Keck die Ausflügler noch in der Kirche von St. Georgen. Sie beherbergt ein Altarbild Baaders mit der Anbetung der Hirten – und einer Magd im Arbeitsgewand, die dem Christkind tatsächlich einen Korb mit Eiern darbringt.



Kunsthistorische Fahrradtour  des Historischen Vereins und des ADFC mit Dr. Werner Fees-Buchecker ( HV ) und Martin Baumeister ( ADFC ) am 1.7. 2017:

Der Wettergott hatte in dieser regnerischen Woche am Samstag ein Einsehen, als 35 Radler vom ADFC und vom Historischen Verein bei zwar starkem Wind , aber heiter- bis wolkigem Wetter auf den Spuren des „Lechhansls“ im Landkreis unterwegs waren.

Bei der Radtour, die zum Teil auf dem neuen „Baader-Radweg“ führte, standen sowohl Decken- als auch Altargemälde des „Lechhansls“ Johann Baptist Baader im Mittelpunkt, die sich in sehenswerten Barock- und Rokoko-Landkirchen befinden, nämlich in: Lengenfeld St. Nikolaus, Issing St. Margaretha ( 1716/17 von Joseph Schmuzer, 1777 mit den Deckengemälden des „Lechhansls“ umgestaltet); Pflugdorf St. Laurentius , Stadl St. Johannes d.T. und Mundraching St. Vitus, seine Taufkirche. In Lechmühlen folgte die Gruppe  seinen Lebensspuren (Geburtshaus, abgegangenes Wohnhaus, und die Kapelle, die Baader vollständig mit leider nicht erhaltenen Fresken ausmalte ).


Halbtagesfahrt mit Dr. Alber Thurner : „Johann Baaders Heimat Teil II“ Der schwäbische Teil von Baaders Heimat

Der Künstler Johann Baptist Baader, der vor 300 Jahren in Lechmühlen geboren wurde, war Zeit seines Lebens ein Grenzgänger zwischen Bayern und Schwaben. Nachdem der Historische Verein Landsberg vor sechs Wochen den bayerischen Teil von Baaders Heimat erkundet hatte, machte man sich nun auf ins Schwäbische. Unter der Leitung von Dr. Albert Thurner besuchten gut 40 Interessierte die Werke des „Lechhansls“ in Asch, Leeder, Osterzell und Lengenfeld.

In Asch öffneten Altbürgermeister Franz Xaver Haibl und seine Tochter Dr. Michaela Haibl den Besuchern die selten zugängliche Leonhardskapelle. Für das einfach ausgestattete Kirchlein hat Baader 1776 eine Kopie des Maria-Hilf-Bildes von Lukas Cranach d. Ä. gemalt.

Im nahen Leeder konnte die Gruppe dann die ersten Arbeiten Baaders als selbstständiger Künstler besichtigen. Nach seiner langen Lehrzeit bei Johann Georg Bergmüller durfte der Lechmaler 1749-51 drei Altarblätter für die Leederer Pfarrkirche anfertigen. Kurzweilig erläuterte Dr. Haibl den Bildaufbau der Rokokogemälde, verwies aber auch auf rätselhafte Details wie eine gemalte Schnur mit einer goldenen, einer roten und einer weißen Kugel – vielleicht ein Symbol für die drei verschiedenen Rosenkränze?

Baaders erstes eigenes Deckenfresko wurde dann in Osterzell aufgesucht. 1751 entstand „Das Gastmahl des Hl. Oswald“, ein hierzulande eher seltenes Bildmotiv. Deutlich treten noch Ähnlichkeiten und Bezüge zu Bergmüllerschen Arbeiten zutage, vor allem zu den Deckenfresken im Dießener Münster – bis hin zum „Dießener Blau“, einem für Fresken ungewöhnlich tiefen Blauton.

Über Schwäbisch-Lengenfeld, wo das Altarblatt des Kirchenpatrons St. Nikolaus von Baader (oder einem seiner Schüler?) stammt, ging es zur Einkehr ins Café Lechblick. Den Schlusspunkt der Halbtagesfahrt setzte dann die Eichkapelle bei Erpfting. Mesner Friedrich Sepp erläuterte das Kirchlein, das ganz von der üppigen Decken- und Dekorationsmalerei Baaders lebt. Wozu auch der Liebling aller Kirchenbesucher gehört:  ein an der Rückwand gemalter Bub, der so kräftig am Glockenseil zieht, dass ihm fast die Hose verrutscht.





Tagesfahrt des Historischen Verein Landsberg mit Dr. Werner Fees-Buchecker am 27.1. nach Lauf und Nürnberg

Eine Tagesfahrt führte den Historischen Verein Landsberg mit Dr. Werner Fees-Buchecker am 27.1. nach Lauf und Nürnberg auf den Spuren Kaiser Karl IV.

Zuerst  besuchte die Gruppe bei  frostigen,  aber sonnigen Wetter an diesem letzten Januar-Samstag die Kreisstadt Lauf an der Pegnitz. Die fränkische Landstadt, den meisten Teilnehmern unbekannt, war mit ihren Fachwerkhäusern, einem Wehr wie dem Landsberger Lechwehr, ihren Mühlen, der Stadtkirche und dem Marktplatz  auf alle Fälle einen Besuch wert. Höhepunkt in Lauf war die Kaiserburg, das sogenannte  Wenzelschloss, das Karl IV.  u.a. mit dem berühmten Wappensaal  von 1356 – 1360 neu  erbauen ließ.

Am Nachmittag besuchte der historische Verein dann die große Bayerisch-Tschechische Landesausstellung „Kaiser Karl IV.“ in Nürnberg im Germanischen Nationalmuseum, die auch schon in Prag zu sehen war. Zwei kundige Führerinnen erläuterten der Reisegruppe die Zeit Kaiser Karls IV.  Die sehr gut gestaltete Ausstellung beleuchtete gründlich das Umfeld, die Familie, die Persönlichkeit und die Frömmigkeit des Kaisers. Eine Vielzahl von meist kirchlichen Kunstwerken, wie Gemälden, Skulpturen, Buchmalereien, Reliquiaren und Schatzkunst zeigte die Kunstförderung durch den Kaiser. Darunter waren sehr viel großartige und wertvolle  Exponate vor allem aus Tschechien, aber auch aus Deutschland und anderen Ländern.

Kaiser Karl IV. wurde ja 1347 durch einen Teil der Kurfürsten als Gegenkönig zum Kaiser Ludwig den Bayern, (dieser ist ja auch in Landsberg durch das Ruethenfest bekannt),  gewählt. Um solche Doppelwahlen in Zukunft zu verhindern, erließ er die sogenannte „Goldene Bulle“ als „Grundgesetz des Heiligen römischen Reiches“.,

Am nachhaltigsten im Gedächtnis bleiben der Reisegruppe aber sicher die vielen hervorragenden Kunstwerke dieser äußerst empfehlenswerten Ausstellung.


Berichte aus dem Vereinsleben 2016

Sonntag, 25. September  – Donnerstag, 29. September 2016

Der Historische Verein Landsberg auf den Spuren der Via Claudia Augusta

Vor kurzem begab sich der Historische Verein Landsberg zum dritten Male auf die Spurensuche entlang der Via Claudia Augusta, der ersten Römerstraße über die Alpen. Diesmal führte der Weg von Trient aus direkt nach Ostiglia an den Fluss Po. In Trient verzweigt sich nämlich die Via Claudia Augusta ( VCA ) in zwei Trassen: die eine, die „Via Claudia Altinate“ geht von Trient aus nach Altino, an der Lagune von Venedig, während die andere, die „Via Claudia Padana“, in Ostiglia den Fluss Po erreicht. Diese Teilstrecke der VCA, die Via Claudia Padana, war dieses Mal das Ziel der Spurensuche für den Historischen Vereins. Die fünftägige Studienreise begann in Verona, eine der wichtigsten Handelsstädte an der Via Claudia, mit einer Führung durch das römische Verona. Dabei durfte auch ein Besuch in der frühromanischen Kirche San Zeno nicht fehlen. Weiter ging die Fahrt nach Ostiglia, dem eigentlichen End- oder Anfangspunkt der Via Claudia am Fluss Po. Auf ihrem Weg dorthin durchquerte die Gruppe das große Reisanbaugebiet im Norden Italiens.  Da bei dieser Studienreise natürlich auch das Essen nicht fehlen durfte, wurden in einem bäuerlichen Restaurant auch die regionstypischen Produkte der Poebene verkostet. So gestärkt konnte die anschließende Führung durch das faszinierende römische Brescia, das noch bedeutende römische Reste aufzuweisen hatte, gut verkraftet werden. Zu den wichtigen regionalen Produkten gehört natürlich auch der Wein dieser Gegend. Deshalb begeisterte eine Fahrt durch die verschiedenen Landschaften und Orte der bekannten Weingegenden Valpolicella und Soave die Reisegruppe genauso wie die Besichtigung der kleinen Stadt Soave selbst, mit ihrer noch  vollständig erhaltenen Stadtmauer und der beeindruckenden Skaliger-Burg hoch über der Stadt. Fast nicht zu finden waren dagegen das versteckte romanische Kloster und die interessante frühromanische Kirche St. Giorgio, die – noch deutlich sichtbar – auf römischen Grundmauern errichtet worden war. Natürlich schloss sich in dieser berühmten Weingegend, nach all den anstrengenden Besichtigungen, die schon traditionelle Weinprobe ganz selbstverständlich an. Diese Stärkung ermutigte später die Reisegruppe, auf der Fahrt nach Rovereto die berüchtigte „Veroneser Klause“ zu durchqueren, einem von der Etsch durchströmten Engpass, der in vielen Kriegen eine wichtige militärische Rolle gespielt hat. Berühmt wurde die Erstürmung der Veroneser Klause 1155 durch Otto von Wittelsbach, um Kaiser Barbarossa den Rückzug  zu sichern. Von Rovereto aus, war es dann ein Leichtes, einen Ausflug an den Gardasee zu unternehmen, um auf der Halbinsel Sirmione die römische Villa „Grotten des Catull“ und die dazugehörenden umfangreichen Ausgrabungen zu besichtigen. Auch die ehemalige Seidenstadt Rovereto selbst, ebenfalls eine römische Gründung an der Via Claudia,  begeisterte einerseits durch ihre bezaubernde Altstadt, andererseits durch eines der bedeutendsten Museen für moderne Kunst in Oberitalien: denn das „MART“ hat sich längst als kulturelles Zentrum im Trentino herauskristallisiert. Nicht leicht zu bewältigen war nach dem Besuch dieses ungewöhnlichen Museums der gedankliche und zeitliche Sprung von mehr als 1000 Jahren durch die nachfolgende  Besichtigung des großartigen Castello Beseno, der größten Burganlage des gesamten Trentino. Von dort oben aus bot sich den Besuchern ein überwältigender Blick hinunter auf das Etschtal und hinauf zum Kamm der Alpen. Mit diesem wunderbaren Blick verabschiedete sich der Historische Verein von den vielfältigen Abenteuern entlang der Via Claudia Augusta.

 

Sigrid Knollmüller



Samstag, 17.  September 2016 : Tagesfahrt „Dominikus Zimmermann“
( 6 )  mit Dr. Werner Fees-nach Niederschönenfeld, Kloster Kaisheim und Wemding
.

Antependien und Stuckmarmoraltäre von Dominikus Zimmermann waren neben den auch sonst  äußerst sehenswerten Kirchen das Thema der Fahrt. Die ehemalige Zisterzienserinnen Klosterkirche in Niederschönenfeld ist ein Gründungsbau des Bayerischen Barocks von Konstantin Bader ( 1658/68 ) und besitzt auch Antependien und Stuckmarmoraltäre von Dominikus Zimmermann. Das ehemalige Zisterzienserkloster Kaisheim war zeitweise Reichsabtei, besitzt ein gotisches Münster mit Barockausstattung und eine große barocke Klosteranlage mit dem Kaisersaal mit höchst originellem Stuck. In Wemding besichtigten wir nach dem Mittagessen in der Wallfahrtsgaststätte die schön am Riesrand gelegene Wallfahrtskirche Maria Brünnlein; dort hat Johann Baptist Zimmermann, der Bruder von Dominikus Z., die Fresken gemalt. Danach erkundeten  wir mit einer Stadtführung, aufgrund des Wetters leider mit Regenschirm, noch die Stadt. Das sehenswertes Landstädtchen im Ries, das eine Exklave der Herzogtums Bayern war, birgt in seiner doppeltürmigen Pfarrkirche St. Emmeram eine bedeutende Barockausstattung, darunter die Seitenaltäre von Dominikus Zimmermann von 1713.




Tagesfahrt 6. August 2016 mit Ingrid Lorenz nach Günzburg, Baiershofen, Welden und zur Wallfahrtskirche Violau: „Dominikus Zimmermann und weitere bedeutende zeitgenössische Künstler in Bayerisch-Schwaben“.

Die kleine Dorfkirche in Baiershofen zeigte uns einen besonderen Schatz von Dominikus Zimmermann: den umfangreichsten Freskenzyklus des Künstlers an der Decke der Kirche und die ungewöhnlichen Leinwandbilder an den Wänden. Die Wallfahrtskirche in Violau, die Pfarrkirche und die Votivkirche St. Thekla in Welden zeugten von der Kunst der Zeitgenossen Zimmermanns, wie z.B. Johann Georg Bergmüller, Johann Michael Fischer oder Matthäus Günther, um nur einige zu nennen. Höhepunkt des Tages war die Besichtigung der von Zimmermann errichteten Frauenkirche in Günzburg, die neben Steinhausen und der Wies zu den bedeutendsten Schöpfungen Zimmermanns zählt. Die anschließende Stadtführung zeigte uns die Schönheiten der ehem. österreichischen Stadt sehr eindrucksvoll.


Tagesfahrt Samstag, 9. Juli 2016mit Sigrid Knollmüller zur großen Landesaustellung in Baden-Württemberg „4000 Jahre Pfahlbauten“ in Kloster Schussenried und in Bad Buchau (Federseemuseum ).

Die Pfahlbauten – zwischen 5000 und 800 v. Chr. in Mooren oder an Seeufern errichtete Siedlungen der Stein- und Bronzezeit – gehören weltweit zu den faszinierendsten und aussagekräftigsten Phänomenen der Archäologie. Die Ausstellung an den beiden Orten zeigte uns spektakuläre neue Forschungsergebnisse und Ausgrabungsfunde vom Bodensee und aus Oberschwaben, bereichert durch hochkarätige Exponate internationaler Museen. Besonders interessierten die Gruppe auch einige Exponate, die aus Pestenacker stammten. Neben der Besichtigung der Landesausstellung blieb auch noch Zeit für eine Besichtigung der ehem. Klosterkirche in Schussenried, des dortigen einmaligen Bibliothekssaals sowie für einen individuellen Rundgang in Bad Buchau, entweder zur Stiftskirche oder auf dem Federseesteg.




Samstag, 4. Juni, Tagesfahrt mit Ingrid Lorenz nach Fischingen u. Ittingen in der Schweiz und nach Ittendorf  in Oberschwaben 

Im Gedenkjahr zum 250-jährigen Todestag von Dominikus Zimmermann startete der Historische Verein die 3. Reise in die Schweiz in den Kanton Thurgau nach Fischingen, Ittingen und nach Ittendorf im Bodenseekreis in Baden-Württemberg.

In der Benediktinerabtei Fischingen fertigte Dominikus Zimmermann als 22-jähriger fünf Altäre in der Idda-Kapelle. Nachdem er 1707 sein Probestück, den Josefsaltar meisterlich gestaltet hatte, folgte 1708 der Gesamtauftrag. Die Reiseteilnehmer bestaunten u.a. die Scagliola-Bilder von Idda und Benedikt, die Blumenbilder und die Signatur von Dominikus Zimmermann. Br. Leo berichtete über die Geschichte der Abtei und führte durch die Klosterkirche mit dem feingliedrigen Chorgitter von Johann Jakob Hoffner, auf die Arkadengalerie mit der Orgel von 1763 und dem Chorgestühl von Chr. Fröhli. Im Konventgebäude galt der Bibliothek mit den Rocaillekartuschen der Besuch.

Danach ging die Fahrt weiter zur Kartause Ittingen. Der Besuch im Garten mit 1000 Rosenstöcken verschiedenster Arten, stimmte auf die Führung durch die Klosterkirche und die Kartause ein. Die Führerinnen berichteten ausführlich über die Geschichte der Kartause, das Leben der Kartäuser und besonders über die kostbare Ausstattung der Klosterkirche. Hier arbeitete in den 1760er Jahren ein Künstlerteam aus dem süddeutschen Raum zusammen, dem auch die Wessobrunner Brüder Johann Georg und Matthias Gigl angehörten. Es entstand ein großartiger, jubelnder Sakralraum.

Auf dem Heimweg galt der Kirche St. Martin in Ittendorf bei Markdorf noch ein Besuch. In dieser unscheinbaren Dorfkirche finden sich interessante Scagliolaarbeiten, die Dominikus Zimmermann zugeschrieben werden, an der Kanzel und den Altarantependien.

Die Stuckmarmoraltäre in Ittendorf, Foto: F. Kral

Samstag , 21.5. 2016, Tagesfahrt nach Steinhausen, Sießen und Bad Waldsee

Bei wunderbarem Wetter, nach dem verregneten Pfingstwochenende eine Wohltat, leitete Werner Fees-Buchecker als zweite der Themen-Exkursionen zu Dominikus Zimmermann am 21.5. 2016 eine Tagesfahrt nach Oberschwaben. Die Wallfahrtskirche in Steinhausen bei Biberach mit Fresken von Johann Baptist Zimmermann erbaute Dominikus Zimmermann 1727 – 1733 als erstes seiner genialen Hauptwerke in Form einer Freipfeiler- Ovalrotunde. Die Kirche des Klosters der Dominikanerinnen in Sießen ist ein früheres Werk (1725/29) mit Bandelwerkstuck und Fresken ebenfalls von Johann Baptist Zimmermann. Das Mittagessen in Kloster Reute und ein Besuch in der dortigen Franziskanerinnenkirche mit dem Grab der „Guten Beth“ ergänzte das Zimmermannprogramm. In der ehemaligen Augustinerchorherrn -Stiftskirche St. Peter in Bad Waldsee schuf Zimmermann den prachtvollen Hochaltar mit einem Scagliola-Antependium. Dazu zeigten zwei Stadtführer der Gruppe bei einer Stadtführung die gut erhaltene Altstadt von Bad Waldsee, mit Schloss, Rathaus, Fachwerkhäusern, den zwei Seen Stadtsee und Schlosssee und erzählten dabei viel Wissenswertes

Die Stucksignatur in Steinhausen, Foto: W. Fees-Buchecker

Donnerstag, 5. Mai,  Christi Himmelfahrt, mit Dr. Thurner zu Kirchen rund um Steingaden

Die Pfarrei Steingaden verfügt über fünf Kirchen, von denen aber eine alle anderen überstrahlt: die Wieskirche, das Meisterwerk von Dominikus Zimmermann. Um die anderen vier Kirchen einmal aus dem Schatten der Wies zu holen, lud der Historische Verein an Christi Himmelfahrt zu einer Halbtagesfahrt mit Dr. Albert Thurner. Den Anfang machte die Wallfahrtskirche Mariae Heimsuchung in Ilgen. Direkt an der Bundesstraße gelegen, ist wohl schon jeder an dem Gotteshaus vorbeigefahren; einen Blick ins hochbarocke Innere dürften aber die wenigsten geworfen haben. Der gebürtige Steingadener Gerhard Klein erläuterte den 50 Gästen aus Landsberg mit großer Sachkunde und Leidenschaft diesen Prachtbau des jungen Johann Schmuzer.

Im Welfenmüster von Steingaden, der ehemaligen Klosterkirche, betonte Klein das Zusammenspiel von Romanik, Gotik, Barock und Rokoko. Dass die Kirche nur zum Teil im Stil des Rokoko ausgestattet wurde, erklärte er mit der Finanznot des alten Klosters: Mit zwei Großbaustellen zur selben Zeit, der Wieskirche und der Klosterkirche, seien die Prälaten um 1750 heillos überfordert worden.

Vor einem grandiosen Alpenpanorama ging es weiter zur Kreuzbergkapelle südlich von Steingaden. Das zumeist verschlossene Kirchlein wurde extra für die Landsberger Gäste geöffnet. Neben dem großen Deckenfresko mit der Lechfeldschlacht überraschte vor allem die Balustrade im Chorraum, die mit wenigen Handgriffen zur Kanzel ausgefahren werden kann. Den Abschluss der Fahrt bildete die alte Dorfkirche im Steingadener Ortsteil Urspring. Mit viel Holz im Innenraum verströmt das Gotteshaus den Eindruck einer echten Bauernkirche. Dazu passen acht in Ochsenblutmalerei ausgeführte Kreuzwegbilder an der Orgelempore

 Vor der Kirche in Urspring Foto: A. Thurner

 

Montag, 4. April 2016 Jahreshauptversammlung

Frau Knollmüller dankte bei der Mitgliederversammlung für 25-jährige Mitgliedschaft W. Fees-Buchecker, Peter Hackenberg, Erika Hartmann, Gerhard Hartmann, Norbert Kreuzer, Manfred Müller, und Carmen Jacobs und für 40-jährige Mitgliedschaft Roland Greissl, Pfarrer Halder, Erika Hirschhorn und Gisela Münzer (vertreten d. ihren Ehemann Klaus M.) und überreichte ihnen eine Urkunde und ein Buchpräsent.

Ebenso wählte die Mitgliederversammlung Herrn Joseph Escher wegen der Führung der Geschäftsstelle von 1993 bis Ende 2015 zum Ehrenmitglied.

 

 

 

 

Ostermontag 28.3.2016 Emmausgang  mit Dr. Werner Fees-Buchecker nach Pöring und Pitzling 

 Aus Anlass des Gedenken an den 250.jährigen Todestag von Dominikus Zimmermann führte der traditionelle Emmausgang des Historischen Vereins am Ostermontag bei frühlingshaftem Wetter heuer durch den Lechpark Pössinger Au zur Wallfahrtskirche Pöring und nach Pitzling. 1739 – 1742 erbaute Dominikus Zimmermann die Schloss-- und Wallfahrtskirche „Maria von der Versöhnung“ am Schloss Pöring für eine seit 1731 neu entstandene Wallfahrt. Der Ostteil ist von einer zentralisierenden Architekturidee geprägt ( interessante Drei-Konchen-Anlage ), der Westteil ist als rechteckiges Schiff an das Schloss angefügt. Die Pfarrkirche „St. Johannes der Täufer“ in Pitzling, ein barockisierter ursprünglich spätromanischer Bau mit Flachdecke im Schiff und Stuck im Chor enthält einen Stuckmarmoraltar von F.X. Schmuzer aus der ehemaligen Klosterkirche von Wessobrunn. Nach den Kirchenbesichtigungen stärkten sich die Teilnehmer vor dem Rückweg nach Landsberg noch im Restaurant Teufelsküche bei Kaffee und Kuchen.

 

 

 Dienstag, 15. März 2016

In seinem äußerst interessanten Vortrag unter dem Titel „Alle reden vom Wetter – auch die Archäologen. Eine Klimageschichte von der Eiszeit bis ins Mittelalter“ berichtete Prof. Dr. Wolfgang Czysz sowohl über die Klimageschichte, als auch über aus ihr resultierende archäologische Methoden, wie der Dendrochronologie. Nach einer kurzen Darstellung der Klimaforschung, spannte der Referent dann den Bogen von der Eiszeit bis weit über das Mittelalter hinaus, nämlich bis 1816, zum „Sommer, der kein Sommer war“, als ein Vulkanausbruch in Indonesien auch bei uns zu einer Wetterkatastrophe führte, in deren Folge es zu Missernten und einer großen Hungersnot kam. Klimaänderungen hatten auch immer Auswirkungen auf die Kulturgeschichte. So konnten die römischen Gutshöfe in unserem Gebiet in der sogenannten „roman warming Period“ der römischen Kaiserzeit um 250 n. Christus auch südliche Pflanzen bei uns kultivieren oder die „kleine Eiszeit“ zwischen 1350 – 1850 bewirkte zum Beispiel das Ende des Weinbaus in Südbayern und förderte die Verbreitung des Biers. Der Vortrag zeigte, dass es Klimaschwankungen in der Geschichte immer gab. Prof. Czysz (der übrigens „Tschech“ ausgesprochen wird) wies aber auch auf die jetzige Klimaerwärmung und dem besorgniserregenden Abschmelzen der Polkappen hin.

 

Sonntag, 24. Januar 2016

Als Auftakt zum Dominikus-Zimmermann-Jahr :

Präsentation der Landsberger Geschichtsblätter 2016 und

Festvortrag von Kreisheimatpflegerin
Dr. Heide Weißhaar-Kiem „Dominikus Zimmermann  - zu Leben und Werk“


So fundiert soll Landsberg sein (Text und Foto Werner Lauff)

Eigentlich ist Geschichtsunterricht hierzulande ganz einfach. Man muss nur die “Landsberger Geschichtsblätter” zur Hand nehmen, die jährlich erscheinen. Darin finden sich so viele The-
men, dass man ein ganzes Schuljahr damit bestreiten könnte. Vor allem, weil die Schau-plätze so nah sind. Was da über Herkomer, Zimmermann, Inflations-Notwährung, Tonröhren und die Andechswallfahrt steht, um nur einige von vielen Beiträgen aus den gerade veröffent-lichten Geschichtsblättern 2016 zu nennen, lässt sich vor Ort anschaulich machen. Der “Feinbäcker Karl Manhart”, der da erwähnt ist, ob der verwandt ist mit …? Kennen wir den Namen “August Zirnheld” nicht? Können wir uns die Röhren mal ansehen? Und: Wie fand das Kriegsende in Landsberg statt?

Die Geschichtsblätter bieten quer durch die Epochen genug Stoff für die Befassung mit der Vergangenheit. Wenn Schüler am Ende ihrer Schulzeit nur das von Geschichte wüssten, was in den Landsberger Geschichtsblättern steht, könnte man zufrieden sein. Wohlgemerkt: In dieser jährlichen Publikation des “Historischen Vereins Landsberg am Lech e.V.” geht es nicht um rührselige Heimatkunde, touristisch motivierte Selbstdarstellung oder Historie um der Historie willen. Hier regiert die Absicht, Gegebenheiten, Entwicklungen und Ereignisse zu ergründen und daraus Schlussfolgerungen zu ziehen. Deswegen sind die “Landsberger Geschichtsblätter” auch aktuell, weil sie aus gegebenem Anlass zurückblicken. Und sie sind wissenschaftlich, weil jeder (ehrenamtliche) Autor gewissenhaft ist.

Die Landsberger Geschichtsblätter sind eine einzigartige Leistung von historisch und damit auch politisch engagierten Bürgern, die dokumentieren, was sie ergründet haben. Wer bedenkt, dass diese Geschichtsblätter schon 114 Jahre erscheinen, von einem Verein, der in diesem Jahr 160 Jahre alt wird, der kann eigentlich nicht anders als Respekt bezeugen. So fundiert soll Landsberg sein.

Die Autoren der Beiträge in den Landsberger Geschichtsblätter mit Frau Weißhaar-Kiem, Frau Lorenz und Herrn Dr. Fees-Buchecker









Berichte aus  dem Vereinsleben 2015

Krippenfahrt am 17. Januar 2015

 "Die nun schon traditionelle Kirchen- und Krippenfahrt mit Dr. Werner Fees-Buch-
ecker führte heuer bei nasskaltem Winter-
wetter mit Neuschnee „rund um Augsburg".

Nach dem Besuch der Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau (erbaut 1749/51 von Franz Kleinhans ) in Bobingen, besichtigten wir die gotische Pfarrkirche St. Felizitas mit einer barocken Brettkrippe von Johann Baptist Baader, dem „Lechhansl“. Dann fuhr der Bus durch Augsburg auf den „Kobel“ bei Neusäß zu „St. Maria Loreto auf dem Kobel“, einer interessanten Wallfahrtskirche beste-
hend aus zwei Kapellen und mit einer   figurenreichen Barockkrippe. Nach dem Mittagessen in Neusäß stand St. Ulrich und Afra in Augsburg mit einer schönen Barock-
krippe mit Oberammergauer Figuren, die ursprünglich aus dem Kloster Polling     stammen, und die gotische Basilika selbst mit den bekannten „Krippenaltären“ von Hans Degle auf dem Programm. Ein Kleinod war  dann noch der Zentralbau der Burgstall-
kapelle in Altkissing, ebenfalls mit einer figurenreichen Weihnachtskrippe, die bis auf die Barockzeit zurückgeht und jährlich von vielen Helfern aus dem Dorf in die Kapelle transportiert wird. Die nette Mesnerin sperrte  uns auf, erklärte die Krippe und ließ uns auch auf die engen Emporen steigen.


Wallfahrtskirche Unserer Lieben Frau in    Bobingen

Die Burgstallkapelle in Kissing

DIe Weihnachtskrippe in der Burgstallkapelle, Kissing


Mitgliederehrung am 14.4. 2015

Bei der Jahreshauptversammlung am 14.4. April 2015 ehrte unsere Vorsitzende Sigrid Knollmüller viele Mitglieder für ihre langjährige Treue zum Verein. Aus Gesundheitsgründen oder sonstigen persönlichen Gründen konnten nicht alle Jubilare anwesend sein.

40 Jahre Mitgliedschaft: Ernst Adolf, Pfarrer Martin Bucher, Rosa Fuhrmann, Helmut Glatz, Sieglinde Mehringer, Erwin Richter, Hans-Jörg Schorer, Jakob Senger.

25 Jahre Mitgliedschaft: Herbert Fuhrmann, Katharina Goldbach, Christl Hamberger, Carin Hauck, Prof. Ferdinand Kramer, Anneliese Sturm, Anton Suppmann, Alfred Vivell, Herbert Walter.

Versteckte Schmuckstücke in Murnau Christi Himmelfahrt, 14. Mai 2015

Der Markt Murnau lockt mit vielen Sehenswürdigkeiten: der Marktstraße, dem Schloss-museum, dem Russenhaus des „Blauen Reiters“ oder dem Staffelsee. Den Historischen Verein zog es jetzt allerdings zu drei weniger bekannten Schmuckstücken abseits der Touristenströme. Vilgertshofens Bürgermeister Dr. Albert Thurner führte 50 interessierte Mitglieder und Freunde im Rahmen einer Halbtagesfahrt zu den Kapellen von Froschhausen, Riedhausen und zum Ramsachkircherl.

Erste Station war die Leonhardskirche von Froschhausen. Eine sehr einheitliche Ausstattung im Stil des Spätrokoko gibt dem Gotteshaus das Gepräge eines echten Bauernkirchleins. Hinzu kommt eine Vielzahl von Votivbildern in der dort traditionellen Hinterglasmalerei. Kirchenführer Eberhard Lutz erklärte den Landsberger Gästen nicht nur die Baugeschichte der Kirche, sondern auch die in den Malereien dargestellte Legende des heiligen Leonhard. Mit sehr persönlichen Erinnerungen beschrieb Lutz die Murnauer Leonhardifahrt, die alljährlich vom Markt zur Froschhauser Kirche führt.

Ganz in der Nähe des Murnauer Bahnhofs, aber schon auf Riedhauser Flur, steht die alte Kapelle St. Mauritius. Mesnerin  Veronika Schmötzer, eine gebürtige Landsbergerin, führte durch das außen sehr unscheinbare Kirchlein. Im Inneren birgt es jedoch beeindruckende Fresken aus dem 15. Jahrhundert, die u.a. Maria mit dem Kinde, den Tod Mariens und den thronenden Gottessohn zeigen. Und auch hier gab es wieder zahlreiche Hinterglasbilder zu bestaunen, diesmal in Form eines Kreuzwegs und verschiedener Apostelbilder.

Nächster Halt der Exkursion war das „Ähndl“, das uralte Ramsachkircherl am Südrand von Murnau. Wie Mesnerin Waltraud Bergmeister erklärte, wurde die Kapelle schon im 8. Jahr- hundert als letzter Rast vor dem beschwerlichen Weg durch das Murnauer Moos gegründet. Altarbild und Fresken zeigen zum Teil vergessene Episoden aus der Legende des Hl. Georg. Größter Schatz der kleinen Kapelle ist aber eine geschmiedete Eisenglocke, die als älteste Kirchenglocke auf dem europäischen Festland gilt.

Der herrliche Ausblick vom Ramsachkircherl übers Murnauer Moos in die Berge macht auch die nebenan liegende Wirtschaft zu einem beliebten Ausflugsziel für Ortskundige. Mit einer gemütlichen Einkehr im dazu gehörenden Biergarten fand die Halbtagsfahrt des Historischen Vereins ihren entspannten Ausklang.



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Gruppenbild: Einige der Exkursionsteilnehmer vor dem Ähndl, dem Ramsachkircherl am Südrand von Murnau.





Tagesausflug am 13. Juni 2015: "Zwischen Donau und Altmühlt"

Bei strahlendem Sonnenschein erlebten 48 Mitglieder einen abwechslungsreichen Tag. Zuerst wurde die Abteikirche St. Georg in Weltenburg besucht. Wir erfuhren von der Geschichte des Klosters, die ca. 600 n. Chr. begann,und bestaunten den Barock in einer seiner schönsten Form. Dieses Werk schufen Cosmas Damian, Franz und Egid Quirin Asam im 18.Jh.

Nach diesem Kunstgenuss folgte ein beeindruckendes Naturerlebnis: die Schifffahrt durch die "Weltenburger Enge" nach Kelheim. Der Durchbruch durch das Fränkische Juramassiv ist der letzte erhaltene Wildflussabschnitt der Donau in Bayern,.

Nach der Stärkung durch das Mittagessen in der Altstadt von Kelheim begaben wir uns in zwei Gruppen, mit sehr kompetenten Stadtführern, auf Erkundungstour durch die alte Wittelsbacher Stadt zwischen Donau- und Altmühltor. Wir erfuhren, dass bereits seit dem
2. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung hier Menschen lebten. Die Kelten errichteten dann die mächtige Stadt "Oppidum Alkimoennis".

Im späten 13. Jh. wurde die wittelsbacherische Planstadt erbaut. Unsere Erkundung führte zu den Stadttoren, den Rathäusern, Denkmälern, der Stadtpfarrkirche und Kapellen. Die Ottokapelle erinnert an die Ermordung Herzog Ludwigs, des Kelheimers.

Anschließend gings auf den Michelsberg zur Befreiungshalle. Diese thront mächtig über der Stadt. König Ludwig I.ließ sie 1842- 63 errichten um an die Befreiungskriege gegen Napoleon  zu erinnern.

Zum Abschluß ging die Fahrt über die Altmühlschleuse in Gonsdorf zu rekonstruierten "Keltischen Stadttor".Vorbei an Europas längster

Holzbrücke fuhren wir zur Einkehr nach Altessing und anschließend durch das Altmühltal heimnwärts noch Landsberg



Tagesfahrt zur Bayerischen Landesausstellung „Napoleon und Bayern“ in Ingolstadt mit Dr. Werner Fees-Buchecker am 18.7.2015.

Während der Hitzeperiode im Juli besuchten wir die Bayerische Landesausstellung „Napoleon und Bayern“ im neuen Schloss Ingolstadt, gestaltet vom Haus der Bayerischen Geschichte, die anlässlich des 200-Jahre-Gedenkens an Napoleons endgültige Niederlage bei Waterloo 1815 stattfand. Dabei war es in den klimatisierten Räumen mit 20 ° angenehm kühl. Auch danach sorgten an diesem Tag viele Wolken für eine gewisse Abkühlung, während der Mittagspause erwischten uns sogar einige Regentropfen. Am Nachmittag nahmen die meisten Mitfahrer an den Stadtführungen mit zwei sehr kompetenten Führerinnen teil. Ohne Regenschauer besichtigten wir u.a. die Asamkirche S. Maria de Victoria, das Liebfrauen-münster und die alte Anatomie. Ein anderer Teil besuchte selbständig den neuen Teil des Bayerischen Armeemuseums in den ehemaligen klassizistischen Festungsanlagen jenseits der Donau ( Klenzepark ) mit der Dauerausstellung zum 1. Weltkrieg und das ganz neue Bayerische Polizeimuseum.  


Besuch in der Partnerstadt Waldheim vom 9.07-12.07.2015


In diesem Jahr feiern die beiden Städte Landsberg am Lech und Waldheim ihre 25jährige Partnerschaft. Dieses Ereignis bot für den Historischen Verein Landsberg vor kurzem einen willkommenen Anlass, die Partnerstadt in Sachsen im Jubiläumsjahr mehrere Tage zu besuchen. Schwerpunkt des Besuches war natürlich die Stadt Waldheim selbst, aber auch die Region rund um Waldheim ist reich an Kunstschätzen und Naturschönheiten, die es zu erkunden galt. In Mittelsachsen, im Herzen des Freistaates Sachsen gelegen, werden Stadt und Landschaft um Waldheim herum durch den Lauf der Zschopau geprägt. So verdankt die Stadt ihre Entstehung einer Furt, später einer Brücke über die Zschopau, über die einst eine der wichtigsten Salzstraßen des Mittelalters von Halle nach Prag, der sog. „böhmische Weg“, führte. Neben vielen Kriegen litt die Stadt auch oft unter Feuersbrünsten und Überschwem-
mungen, die das Stadtbild jeweils veränderten. Heute ist Waldheim geprägt von vielen schönen Jugendstilbauten allen voran das Rathaus, in dessen beeindruckendem Ratszimmer der amtierende Bürgermeister den Historischen Verein willkommen hieß. Ein ausführlicher Rundgang durch die Stadt machte die Mitreisenden dann  mit den Besonderheiten der Stadt bekannt. Der erste Ausflug von Waldheim aus führte auf die nahegelegene Burg Kriebstein, eine der schönsten Ritterburgen Sachsens, die – hoch über der Zschopau gelegen – auf eine 600jährige wechselvolle Geschichte zurückblicken kann. Da die Wiege Sachsens aber in Meißen liegt, war ein Besuch der Albrechtsburg, die als ältestes Schloss in Deutschland und als Meisterwerk der spätgotischen Architektur gilt und zusammen mit dem mächtigen hochgotischen Dom ein beeindruckendes Ensemble bildet, ein herausragendes Erlebnis. Nicht weit entfernt von Meißen befindet sich das ehemalige Zisterzienserkloster Marienzell, heute „Altzella“, das bedeutendste Kloster dieser Region, das 1162 von dem Wettiner Markgrafen Otto von Meißen gestiftet wurde. Bis zu seiner Auflösung in der Reformation diente das Kloster als Familiengrablege der Wettiner, des Herrschergeschlechtes, das seit dem 9. Jahrhundert in verschiedenen Zweigen erst die Markgrafen, dann die Herzöge, später die Kurfürsten und die Könige von Sachsen stellten. In Hoflößnitz, dem einst kurfürstlichen Weingut der Wettiner, einem Zentrum der sächsischen Weinkulturlandschaft, konnte nach den anstrengenden Besichtigungen der Tag bei einer Weinprobe harmonisch ausklingen. Auch nach Döbeln, in die Nachbarstadt von Waldheim, führte der Weg, um dort nicht nur den „Riesenstiefel“ oder die Reste der Pferdebahn zu bewundern, sondern auch um die Stadt-
kirche St. Nicolai zu besuchen und um dort den zweifach wandelbaren Döbelner Flügelaltar aus dem Jahr 1515/1516 kennenzulernen, der zu den größten in Sachsen erhaltenen gebliebenen spätgotischen Schnitzaltären gehört. Und ebenfalls nicht weit von Waldheim entfernt thront hoch über dem Tal der Mulde Schloss Rochlitz, dessen rund 1000jährige Geschichte nicht von der sächsischen Landesgeschichte zu trennen ist. Die Mitreisenden waren vom Anblick der Burg, deren Mauern, die aus dem 14. Und 15. Jahrhundert stammen, und von einem ausführlichen Rundgang durch die Anlage sehr beeindruckt. Gleich neben Rochlitz befindet sich ein historisches Kleinod von ganz besonderer Art, das alte Kloster Wechselburg. Die Besichtigung des Klosters Wechselburg mit seiner einmaligen roma-
nischen Basilika aus dem 12. Jahrhundert, in der sogar noch der Lettner vorhanden ist, bildete den krönenden Abschluss des Besuchs des Historischen Vereins in der Landsberger Partnerstadt Waldheim und in der Region rund um die Stadt an der Zschopau herum.

  




Archäologische Halbtagesfahrt am 20.09.2015

Archäologische Halbtagesfahrt mit Kreisheimatpfleger Dr. Guntram Schönfeld „Historische Besonderheiten im südlichen Landkreis: der Lorenzberg in Epfach und der Rauhenlechsberg“

 

Da zuerst die Anmeldungen nur sehr zögerlich erfolgten, entschieden wir mit PKWs zu fahren. Doch dann kamen doch über 20 Interessierte. Dr. Schönfeld führte uns zunächst zum Lorenzberg und erklärte dort die verschiedenen Phasen der römischen Bebauung in Epfach, vom frühen Militärstützpunkt, über die Zivilsiedlung an der Stelle des heutigen Dorfkerns bis zu der spätkaiserzeitlichen Befestigung wieder auf dem Lorenzberg. Danach fuhr die Gruppe des HV über Apfeldorf zum Fuß des Rauhenlechsberg beim ehemaligen Richterhaus. Von dort erklommen wir zu Fuß über Kuhweiden den Platz der früheren Burg Rauhenlechsberg, dem Sitz eines Pfleggerichts. Die spärlichen Reste wie Grundmauern, Abrisskanten, Wälle und Gräben, wurden unter der kundigen Erläuterung vor unseren Augen plastisch deutlich. Nur wenig weiter besichtigten wir noch den Burgstall einer ehemaligen Turmhügelburg, die uns auch Kreisheimatpfleger Dr. Schönfeld profund erläuterte. Eine Einkehr beim Gasthof „Sonne“ in Epfach stärkte uns nach den vielen archäologischen Eindrücken.