Historischer  Verein  Landsberg  am  Lech  e.  V.
 

Berichte aus dem Vereinsleben 2020

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Mittwoch, 16. September – Sonntag, 20. September 2020:
Fünftagesfahrt in die Wetterau: „Fürsten, Könige und Kaiser – auf Spurensuche in der Wetterau“ mit Sigrid Knollmüller, gemeinsam mit

Die Wetterau zwischen Frankfurt, Taunus und Vogelsberg in Hessen ist kein touristischer Hotspot. Dabei kamen über die Jahrhunderte Kelten, Römer, Germanen, Kaiser, Kaufleute und Kurgäste in den fruchtbaren Landstrich – und jetzt auch eine Reisegruppe des Historischen Vereins Landsberg, die unter der Leitung von Sigrid Knollmüller fünf Tage lang Städte, Burgen und Ausgrabungsstätten besichtigte.

Mit Zwischenstopps in Aschaffenburg und der alten Stauferstadt Gelnhausen näherten sich die Landsberger der alten Kulturlandschaft der Wetterau. Deren Hauptort Friedberg konnte nicht nur mit der zweitgrößten Burganlage Deutschlands aufwarten, sondern auch mit einer Mikwe, einem jüdischen Ritualbad in einem 25 Meter tiefen Schacht. In der benachbarten Kurstadt Bad Nauheim flanierte die Gruppe durch die Jugendstilbauten des imposanten Sprudelhofes.

Mit dem ehemaligen Kloster Arnsburg und der Burg Münzenburg lockten zwei beeindruckende Ruinen die Landsberger ins hessische Mittelalter. Unbestrittener Höhepunkt der Reise war aber der Ausflug in die Keltenzeit am Glauberg: Dort waren 1988 die Reste eines riesigen Grabhügels aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. gefunden und später rekonstruiert worden. Und man fand den „Keltenfürsten vom Glauberg“, die überlebensgroße Steinfigur eines keltischen Kriegers, die in halb Europa ihresgleichen sucht. Im Keltenmuseum am Glauberg konnten die Gäste der beeindruckenden Skulptur im Original gegenübertreten.

Von der Keltenzeit ging es am letzten der fünf Tage noch in die römische Antike: Die Römer hatten die Wetterau mit ihrem Limes umfasst und gesichert. Eines ihrer Kastelle, die Saalburg, wurde ab 1897 rekonstruiert und gab den Landsbergern jetzt einen einzigartigen Einblick in das römische Provinzleben des 2. und 3. Jahrhunderts n. Chr. Die weithin sichtbare Skyline der Bankenmetropole Frankfurt holte die Reisenden dann aber schnell wieder in die Gegenwart zurück.






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Samstag, 19. September 2020:

Kunsthistorische Fahrradtour mit Dr. Werner Fees-Buchecker und Renate Elvert vom ADFC-Landsberg: „Pfarrhöfe und andere profane Baudenkmäler westlich des Lechs bis Kinsau“

Heuer konnte die 2019 ausgefallene Tour bei herrlichem Wetter nachgeholt werden. 2017 wurde der barocke Pfarrhof von 1739 in Kinsau  renoviert und dient seitdem der Gemeinde Kinsau als Rathaus. Der Historische Verein beteiligte sich an der Konservierung eines dabei entdeckten wertvollen Leinwandgemäldes von V.B. Lederer, das wir zusammen mit dem sanierten Inneren in einer sehr lebendigen Führung durch Bürgermeister Dollinger besichtigen konnten. Die danebenliegende Wallfahrtskirche St. Matthäus (1714 von Thomas Natter) erläuterte uns profund Albert Hutterer. Aufgrund von Terminüberschneidungen konnte nach dem Mittagessen auf der Terrasse des Gasthofes „Sonne“ der Pfarrhof von Epfach nicht von Innen besucht werden. Vollgültiger Ersatz war dafür das Museum Via Claudia, das uns sein „Errichter“ Klaus Fischer als wohl bester Kenner der römischen Geschichte Epfachs, genauso wie die Fundamente eines Nymphäums eindrucksvoll erläuterte. Unsere letzte Station war dann Seestall, wo uns Herr Dr. Reitler vom AK Kultur Seestall das alte denkmalgeschützte Schulhaus (Hoferhaus) im noch nicht sanierten Zustand zeigte. Besonders beeindruckend war dann noch die „Villa Edenthal“, etwas außerhalb des Ortskerns idyllisch direkt am Lech gelegen. Sie war zwar kein Pfarrhaus, aber ein Altersruhesitz eines Priesters, des Kanonikus Johannes Schrott (1824-1900), der im 19. Jahrhundert auch durch sein schriftstellerisches Wirken bekannt war.

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Dienstag, 21. Januar 2020: Vortrag von Klaus Wankmiller: Lorenz Luidl ( um 1645 -1719)
und Vorstellung der Landsberger Geschichtsblätter 2020.

Klaus Wankmiller gab in seinem Vortrag einen Überblick über die wichtigsten Werke und über das Leben des Künstlers Lorenz Luidl. Dieser zählt zu den bedeutendsten Bildhauern im westlichen Oberbayern. Fünf Jahrzehnte lang lieferte er aus seiner Landsberger Werkstatt zahlreiche Figuren und Engel und prägte einen eigenen Stil. Lorenz Luidl ist das bedeutendste Mitglied einer weitverzweigten Bildhauersippe, die mangels Konkurrenz zu den produktivsten Bildhauerwerkstätten im ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhundert im Großraum Landsberg zählt. Er hinterließ ein umfangreiches Oeuvre mit über 650 Einzelwerken. Seine Söhne Ferdinand, Stephan, Johann und Sebastian setzten das Schaffen ihres Vaters fort.

Im Anschluss an den Vortrag wurden die Landsberger Geschichtsblätter 2020 präsentiert. Schriftleiter Werner Fees-Buchecker stellte den Inhalt vor, bedankte sich bei den Autoren, bei Herrn Hager für Layout und Bildbearbeitung  und überreichte den anwesenden Autoren jeweils ein Exemplar der druckfrischen Geschichtsblätter.

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